David Bowie, Iggy Pop and Nina Hagen all recorded career-defining albums, looks out these days on a modern red-brick apartment complex behind the gleaming new Potsdamer Platz. But in the late 1970s, when Bowie and company were recording there, the landscape was bleakly romantic: a sandy wasteland marked only by the Berlin Wall, which inspired Mr. Bowie"s epochal song "Heroes."

This was the original cool Berlin, with its own brand of gloomy, spooky glamour, well before East Berlin"s Mitte and Friedrichshain districts were on the tourist map.

Partly as a backlash against the over-hyped East, West Berlin"s glamour is slowly returning, in the form of new galleries and revitalized Bowie-era restaurants and hotels. Last year Sassa Trülzsch opened a small gallery in a courtyard in the Tiergarten neighborhood, off the red-light Kurfürstenstrasse. "Mitte has too many chain stores and boutiques; it's too commercialized," she said. A recent opening featuring the artist Karin Sander was packed with what appeared to be a hipper crowd than the hordes who spill into Mitte gallery shows.

But the late-'70s vibe is just as responsible for drawing a generation of scene-makers back west. Ulf Poschardt, the editor of the German edition of Vanity Fair and leader of a 30-something pack of night-owl journalists, said, "To keep ahead of things you have to avoid clichés, and though I love the "New East" and Mitte, it has become a cliché. And to my generation, the Berlin of Bowie and Iggy Pop was always the cool Berlin."

Mr. Poschardt has a villa on a lake in West Berlin; others, like Niklas Maak, arts editor of the Frankfurter Allgemeine Zeitung newspaper, live in the upscale Charlottenburg neighborhood. "The anti-Mitte reaction is definitely happening, all the art gallery owners are moving west," Mr. Maak said. "It doesn't hurt that it's one of the birthplaces of architectural modernism."

Mr. Maak and his crew of artists and writers typically congregate in Paris Bar, where Iggy Pop once gave a Rolling Stone journalist a blitzed interview that ended with him rolling around on the sidewalk out front. As then, the place is stocked with a mix of Berlin demimonde regulars, including film stars and painters as well as the Runyonesque journalists who follow them, all dining on bistro fare, including a passable entrecôte.

At the nearby Florian , another holdout from the glamour days, diners can soak up a more discreetly glamorous atmosphere, eating among television presenters and film directors, while enjoying much better food. A plain-Jane décor (institutional carpets, a solid oak bar) feels utterly unchanged from 1979, as does the menu, which offers classic German dishes like tafelspitz (boiled veal and horseradish). An extensive wine cellar stocked with old German rieslings and Bordeaux helps seal the old-school high-roller feel.

And then there are the music freaks. Nick Jackson, a transplanted Englishman and a guide for Sandeman's New Europe Tours , said: "There's a definite group of young, hip tourists who are aware of the David Bowie period who come just for that...

source: New York Times

Alle Jahre wieder ist das Florian die heimliche Hauptstadt der Berlinale - wenn Sie unter sich sein will.

Alle Jahre wieder. Oder nicht doch besser: das ganze Jahr über? Im Grunde ist alle Zeit Florian - Zeit. Aber zum Theatertreffen im Mai, vor allem aber zur Berlinale im Februar kommt das kleine, garnicht so übermäßig feine Restaurant mitten im alten West-Berliner Kneipenviertel am Savigny Platz immer ganz groß raus. dann beginnt das große Hallo der Filmschaffenden und derer, die es werden wollen, gleich hinter dem zugigen Windfang. Dann liegen sich Freund und Feind am Tresen im Hauptraum wieder in den Armen. Dann findet zu fortgeschrittener Stunde im hinteren Raum, der den Speisenden vorbehalten ist, ein fröhliches Bäumchen-Wechsle-Dich- Spiel statt, ein Hinüber und Herüber von Tisch zu Tisch. Denn fast alle kennen sich hier. Fast alle sind Stammkunden schon seit Jahren, um nicht zu sagen seit Jahrzehnten. Fast alle haben irgendwie mit Kultur zu tun, sei es vor oder hinter den Kulissen. Kurzum, das Florian ist ein klassisches Prominentenlokal. Aber es ist im unterschied zur "Paris Bar", wo man gern auf exklusiv macht, ein Prominentenlokal, in dem es familiär zugeht.

Das hat natürlich in erster Linie mit den beiden Inhaberinnen zu tun, die schon für sich genommen eine Institution sind: Ute und Gerti. Dieses Team hat sich auch schon in anderen Konstellationen bewährt. Es hat in den siebziger Jahren die Schöneberger Studentenkneipe " Gottlieb" hochgezogen. Es hat in den Achtzigern versucht, Kreuzberg hochgastronomisch zu kolonisieren, indem es in der Großbeerenstraße das " Hoffmann's" etablierte. Es hat einen Weile den "Wintergarten" kulinarisch betreut. Und seit neuestem betreibt es die Wiederentdeckung des Gartenlokals an der Monumentenbrücke. Aber der größte Erfolg der beiden Damen ist und bleibt das Florian. Ute und Gerti: zusammen sind sie stark. Ute kocht, Gerti kocht über, hat einmal ein spitzzüngiger Dauergast gekalauert, der nicht genannt sein will.

da ist was dran: Ute, die heute nicht mehr so häufig den Kochlöffel schwingt und inzischen genauso und oft zwischen den Gästen sitzt wie Gerti, hat immer die gastronomische Linie vorgegeben. Sie hat das fränkische in Berlin salonfähig gemacht, deftige Hausmannskost wie bei Muttern, aber auf jene leichte Weise mediterran veredelt, die das das Urbane mit dem Bodenständigen verbindet. Von ihr stammt auch die Idee, nach 23 Uhr für die schmalen Budgets ( wieso nur für schmale Budgets ??, die schmecken auch Leuten mit dicker Brieftasche - der html-Skalve ) "original Nürnberger Rostbratwürstchen" zu servieren - schon immer einen Garantie dafür, dass es auch die Jungen, noch nicht etablierten ins Florian zieht.

Gerti macht die Honneurs. Das Repräsentieren gerät ihr ganz automatisch zum flirten. Sie strahlt eine Vergnügungsbereitschaft aus, die noch den lahmsten Gaul zum feurigen Hengst werden lässt, so aufmunternd, so animierend wirft sie Kußhändchen, klimpert mit den Wimpern und strahlt einfach intensiv gute Laune aus. Im Laufe von Minuten fällt der Großstadtstress von den Mühseligen und Beladenen. Ungeahnte Kapazitäten entfalten sich. "Florian -Abende, nein -Nächte können dann sehr lang werden, können auch sehr motorisch werden, wenn dann auch noch die Musik spielt. 20 Jahre ist das Florian jetzt. Und es hat seine Hochs und Tiefs gehabt. Im Moment hat es aber eindeutig ein Hoch. Der größte Einbruch kam nach der Wende. Da wollten alle den Osten erobern. Man ging wenn man es sich leisten konnte ins "Vau" und ins "Margaux". Die Theaterleute probierten "Cantamagio" und "Guglhof". Doch die meisten sind bald zurückgekommen. zwischen Touristen, Laufkundschaft und jenem Typ Neuberliner, der sich Berlin am Leitfäden der der Hochglanzprodukte erschließt, fühlt sich der klassische Berliner einfach nicht wohl. Er braucht die Wärme des Kiezes. Und die verströmt, wenngleich auf hohem Niveau, eben auch das Florian.

Obwohl es immer ziemlich kahl war, und kaltes Licht verströmte. Anfang der achtziger war das eine Revolution. "Hinweg mit dem Trödelkitsch, hinweg mit der Höhlenromantik. Bei uns sollen sich die Leute gefälligst ins Gesicht gucken", beschreibt Gerti das Konzept. Heute sind die Wände immerhin eierschalenfarben. Damals herrschte Kalkweiss. Kein Wandschmuck, nirgends. Mit dem Florian hielt die Ästhetik der New Wave Einzug in die Berliner Gastronomie.

Jetzt wirkt das Florian eher wohnlich. Was schon an den Bildern liegt. Gleich wenn man reinkommt empfängt einen die Farbigkeit der Ölbilder von Jens Jensen, seines Zeichens Kunstprofessor an der Hochschule der Künste. Ein Habitué auch er. Jawohl, auch Maler tummeln sich hier. Zwar sind die Neuen Wilden zahm und häuslich geworden, die hier einst hinströmten. Aber Rebecca Horn landet immer noch regelmäßig. Boto Strauss wiederum ist es zu laut. Aber seinen Konversations-Komödien der achtziger Jahre verdanken trotzdem dem Florian viel: Hier schaute er dem Volk aufs Maul, lauschte ihm jenen hochgestochenen Zeitgeist-Talk ab, den er zum Beispielin "Kaldewey Farce" so hinreißend parodiert hat.

Doch das Hauptklientel des Florian bildete von Anfang an das Bühnenvolk. Allein an unserem Abend sehen wir am Nachbartisch links den Regisseur Werner Schroeter ( wie gewöhnlich mit Hut) und am nachbartisch rechts die Schauspielerin Mareike Carriére und Renate Krößner. Wim Wenders ist immer noch Stammgast und wird für die nächsten Tage genauso erwartet wie Oskar Roehler oder Heino Ferch.

Das Otto Sander und Peter Fitz kommen versteht sich ohnehin von selbst. Aber auch mit Hannelore Hoger, Ulrich Mühe* und Susanne Lothar muß gerechnet werden. Eben durchquert Ludger Vollmer, außenpolitischer Sprecher der Grünen, den Raum, während Historiker Julius Schoeps schon dem Ausgang zustrebt. Hingegen wird Antonio Skármeta, chilenischer Botschafter, heute schmerzlich vermißt. Und wie steht es mit der Internationalität? Gene Hackman und Harvey Keitel kommen immer, wenn sie in der Stadt sind, lautet die Auskunft. Und auch Cathérine Deneuve hat inzwischen eingesehen, dass hier das Herz der Berlinale schlägt. Seit zwanzig Jahren schon. Und mindestens noch zwanzig Jahre.

* Ulrich Mühe verstarb am 22.July 2007.

In all our gadding about, I'd found too little food that I would qualify as German by my York-ville-bred definition. For that we abandoned Mitte and turned to Florian in West Berlin, only yards from the Savignyplatz in Charlottenburg, where for 20 years Ute Gilow and Gerti Hoffman are dishing up serious Schweinebraten ( roasted pork).

Under the bright lights od the glossy off-white room, we broke off morsels of the sour brown bread and spread them with bacon drippings as we deciphered the handwritten meny. A newsboy wandered through, hawking his wares, and a canine got tangled in his mastered chair before we could order a mound of tiny shrimp in a tangy light yogurt-dill sauce and a stallwart crayfish soup. Tafelspitz, the savory boiled beef that can't decide if it' Austrian or Bavarian, came with spinach and tasted even better with a Baden red, a 1996 Spätburgunder QbA trocken from Weingut Bercher. Sea bass in lemon butter with parsley potatoes was excellent, and provided an excuse for a glass of white Grüner Veltliner, Mantlerhof Kabinett. The enormous portions rendered our strudel, with cardboardy pastry, superflous.

Dinner at Florian is pure cabaret. At 8 o'clock the 80 seats seemed to be filled with Berlin burgers eager for solid south german cuisine. But those who dawdle over their coffee can watch the counterculture establishment take over as the evening ripens. The menu even alters, with irresistable Echte Nürnberger Rostbratwürste auf Kraut, Senf und Merrettich ( beechwood-grilled cured sausages from Nuremberg heaped on sauerkraut, with mustard and horseradish) available only from 11p.m. until 3.a.m.

The late night regulars could be from central casting, all seen ingly determind to recapture 1920's Berlin.

Where else would seductive women gesture so artifully with their cigarettes? Here the convervations are monosyllabbic and/or intense, and the fate of nations is argued over sekt and sausages. ... No credit cards.

Catharina Reynold

South German, Franconian comfort cuisine makes this a home away from home for transplants to northern Berlin. You won't find Kirchweihbraten (marinated pork with baked apples and plums) anywhere else in town. Nürnberger Rostbratwurst (small pork sausages) and Maultaschen (vegetable- or fish-filled pasta pockets in broth) are other southern specialties. The menu changes daily, and you can choose which type of Knoedel (dumpling) you'd like to accompany your meal, such as duck or oxtail in port wine. Florian's other strong draw is its warm, relaxed atmosphere and people-watching opportunities.

von Evelyn Roll Plötzlich wollen alle wieder in Charlottenburg leben. Tausche ausgebautes Dachgeschoß mit großer Süd-Terrasse am Prenzlauerberg gegen Beletage mit Kamin Nähe Savigny-Platz. Plötzlich ist Westberlin wieder en vogue. Niemand fährt mehr eine Dreiviertelstunde quer durch Berlin, nur weil wer essen muß. Und plötzlich darf man das ja sogar auch wieder sagen: Westberlin. Wie vor der Wende und vor dem Mauerfall. Wie in den Zwanzigerjahren und wie zu Kaisers Zeiten. Wie immer. Westberlin,"diese elegante Kleinstadt, in welcher alle Leute wohnen, die etwas können, etwas sind und etwas haben und sich dreimal soviel einbilden, als sie können, sind und was sie haben. (Alfred Kerr, 1895).

Und was jetzt allüberall als neues "Gastrokonzept" ausgerufen wurde, die Bar, Restaurant und Lobby hinter einer Tür vereinen - das gibt es in dieser eleganten Kleinstadt schon lange, im Wohnzimmerformat an der Grolmanstraße: Zwei Tische im Schaufenster, ein Tresen, an dem man einfach nur sitzen oder in der zweiten Reihe stehen und Köstritzer Schwarzbier trinken kann, mehr Tische im Hinterzimmer. Eng gestellt, weiß gedeckt, gemütlich ohne Schnickschnack. Die Möhren-Ingwersuppe ist köstlich. Und herrlich die Ochsenbrust auf Bouilongemüse mit frischem Kren. Oder der Märkishe Rehbraten in Wacholder-Preißelbeersoße mir Spätzle und Steinpilzwirsing. Dann diese wirklich einmaligen, sauer eingelegten Nierchen. Und erst der Topfenknödel mit Zimtbrösel und Kirschkompott... Einfach und unaufgeregt ist das alles, immer auf den Punkt sehr fein zubereitet aus frischesten Zutaten. Die Weinen sind gut und unspektakulär, die Preise angemessen., die Bedienung aufmerksam.

Herman Wiesler ließ sich schon morgens anrufen, wenn sie abends endlich wieder saure Nierchen kochen würden im Florian. Von Heiner Müller hüten die beiden Wirtinnen ein Stück Speckpapier, das eines Tages um die Ecke an der Wohnungstür von Margarita Broich hing: "Zur Vermeidung von Tod durch Verhungern gehe ich jetzt ins Florian". Es sitzen da immer ein paar Leute vom Film, Galeristen, Schauspieler, Operntars, TV-Journalisten und Fernsehsternchen. Neuerdings kommt Ulla Schmidt und läßt sich vom Nachbartisch die Gesundheitsreform erklären.

In die Paris Bar zum Gesehenwerden. Ins Florian zum Essen. Und wenn gegen drei die Paris Bar zumacht, hat das Florian meistens noch göffnet. Wie Früher. Wie immer. Unsere Stadt hat sich wieder beruhigt, hat ihre neuen Schwerpunkte und Zentren gefunden; es sind wunderbarerweise die alten.

Florian:

An 80-seat restaurant with traditional German food : roasted porc, boiled beef, sour brown bread, strudel and a fine variety of German wines. Often packed with celebrities. Dinner 40 Dollars a person.

Der Autor und chileniche Bothafter Antonio Skármeta verlässt Berlin. Aus einem Gespräch mit Dirk Krampitz

WamS: Was werden Sie an Berlin vermisen?

Skármeta: Meine guten Freunde werden mir fehlen, der Touch des Kosmopolismus, allein die internationalen Zeitungen die man hier bekommt. Ach ja, das Restaurant Florian am Savignyplatz. Die Buchhandlung Kiepert gibt es ja leider nicht mehr, aber zu Marga Schoellers Bücherstube gehe ich immer gern. Und den S-Bahnhof Charlottenburg finde ich sehr schön - schon seit meinen ersten Tagen in Berlin. ...

Antonio Skármetas website